ruby-mine

exploring the mine

Gemcutter: Neue Wohnung für Gems

von bovi am 28.10.2009 (14 Uhr)

Packt eure TAR Archive! Haut alles rein was Ihr finden könnt. Fleiß, Schweiß und all eure Gems. Die Reise nach Jerusalem geht weiter und das nächste Ziel lautet Gemcutter.

Einige erinnern sich eventuell noch. Es gibt seit langer Zeit einen Ort namens RAA. Das Ruby Application Archiv war/ist eine Hostingplattform für Ruby Bibliotheken aller Art. Ein Blick erschließt, dass es sich um eine Webseite handelt, die lange vor dem Web 2.0 Zeitalter entstand. Keine runden Ecken. Keine direkten Kollaborations Funktionen. Dafür aber bei vielen Projekten eine Beta oder auch Alpha Kennzeichnung.

Im Jahre 2003 positionierte sich Rubyforge daneben. Es brachte am Anfang ebenfalls keine shiny Optik mit, dafür aber eine vollständig integrierte Projekthosting Umgebung. Es gab nun einen einzigen Ort, wo wir Releases veröffentlichten, Fehler sammelten, Mailinglisten und SCM Systeme nutzen konnten. Vor knapp drei Jahren wurde das Ganze dann sogar um eine Web 1.5 Optik ergänzt. Funktionsmäßig hat sich über die Jahre ausser im SCM Bereich und bei den Rubygems wenig getan. Vor zwei Jahren gab es dann den ersten Versuch von Railsaktivisten, sich von Rubyforge abzukapseln. Dieser schlug weitläufig fehl und es dauerte noch einen weiteren Moment, bis wir ein neues zu Hause finden sollten.

Im Februar 2008 war es dann soweit. Rails und Git vereinten sich in Form von Github. Damit war eine Hostingplattform geboren, welche die wichtigsten Funktionen von Rubyforge bot und dabei auch noch Web 2.0 kompatibel aussah. Leider waren diese tollen Features nur hin und wieder nutzbar. Die gefühlte meiste Zeit war Github nämlich etwas überlastet. Trotzdem sorgte jede Wiederaufnahme des Betriebes für einen starken Anstieg der Nutzerzahlen. Heute ist Github bei den coolen Kids die Ruby Hostingplattform.

Während des Umzuges zu Rackspace wurde jedoch angekündigt, dass die Gem Building Funktion nicht mitziehen wird. Statt dessen rückte mit Gemcutter ein neues Gesicht in den Mittelpunkt der Ruby Hysterie. Bei Gemcutter handelt es sich um eine Gem Hostingplattform und gleichzeitig um ein Toolset zum einfachen Erstellen und Veröffentlichen von Gems. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass es kein Interesse gibt, ein vollständiges Projekthosting anzubieten.

Seit einigen Tagen ist nun offiziell bestätigt, dass die Gem Hosting Funktion auf Rubyforge genau wie auf Github Geschichte sein wird. Damit wird über kurz oder lang die Standardquelle im rubygems Tool geändert und sämtliche Gems zu Gemcutter transferiert. Willkommen in der nächsten Dynastie. Unsere Turn Around Zeiten werden auch immer kürzen /-:


Kommentar schreiben

Name (notwendig)

Mail (wird nicht veröffentlicht)

Webseite


Kommentare

  1. Quintus schrieb am 31.10.2009 (15 Uhr)

    Ich bin mir nicht sicher, was ich von der ganzen Sache halten soll… Bislang hat mir RubyForge sehr gut gefallen, wichtige Dinge wie ein Bugtracker oder eine Homepage ließen sich relativ gut einrichten. Wenn ich das richtig verstanden habe, werden solche Dinge jetzt nicht mehr angeboten? Heißt das, dass jeder, der Wert darauf legt, nach GitHub oder einer ähnlichen Site umziehen muss?

  2. Skade schrieb am 31.10.2009 (23 Uhr)

    Rubyforge wird nicht gleich sterben. Gemcutter bietet Homepages. Einen Bugtracker allerdings nicht. (Viele regeln das inzwischen eh über GitHub). Umziehen wird man wohl nicht sofort müssen.

    Das Problem mit Rubyforge ist, dass die Automatisierung die Hölle ist. Die Rubyforge “API” (wenn man das denn so nennen mag) ist allerhöchstens ein Hack über der Website. Mit viel Crawling und ähnlichem. Das alles bietet Gemcutter als API an.