Wie bereits am 0. Tag erwähnt, waren wir unterirdisch an das Internet angebunden. Unterirdisch bedeutet in diesem Fall:
831 packets transmitted, 603 packets received, 27.4% packet loss
Und das war noch einer der guten Momente. Aber man trifft sich ja nicht mit all den Rubyisten hier, um die ganze Zeit im Internet zu surfen (zumindest meinte hier irgendjemand, dass es noch andere wichtige Dinge geben würde, die mir jetzt aber leider nicht einfallen :-)
Matz sprach von einer “0.8 True Language”. Damit bezog er sich auf das Paretoprinzip welches besagt, dass 80% des Ergebnisses in 20% der Gesamtzeit erreicht werden kann. Er könnte sich eine Programmiersprache vorstellen, die für 80% aller Probleme gut geeignet sei. Am Anfang nannte er diese Sprache ZPET (bezieht sich auf Geppetto – der das 80% Kind Pinocchios erschaffen hat). Matz betonte die Unterschiede zwischen internen DSLs (die direkt in einer vorhandenen Sprache implementiert sind) und externen DSLs (die alleinstehend existieren). Sein Votum viel logischerweise auf die interne Variante. Er betonte weiterhin, dass eine solche Sprache funktionale Elemente benötigt, um die Entwicklung von verteilten Anwendungen besser zu unterstützen. Ruby kommt ZPET bereits heute sehr nahe. Es fehlen aber noch einige Dinge, wie z.B. die einfache Entwicklung von verteilten Anwendungen und die bessere Unterstützung von funktionalen Gedanken. Dies sind zwei Hauptschwerpunkte an denen das Rubyteam nach Fertigstellung des 1.9.2 Release arbeiten wird. Mit dem nächsten Zielpunkt Ruby 2.0

Adam Keys sprach darüber, wie sehr ihn der Verlust von _why getroffen hat. Es gab eine kleine Hommage an die Vielzahl von Projekten, die wir Ihm zu verdanken haben. Und die Frage, was wir von Ihm lernen können. Hauptsächlich sang Adam ein Loblied auf das wilde Hacken an privaten Projekten, die in erster Linie für einen selbst gedacht sind. Nach einer typischen Tipps&Tricks Stunde, wie man seine Kreativität durch solche Spielerein entfaltet, schlug er dann den Bogen, dass der reine Spaß an der Sache einen Entwickler erst zu einem guten Entwickler macht.
Brian Mitchell sprach über binäres. Nachdem er uns beigebracht hat, was Binärzahlen sind und wie man damit rechnet, stellte er Marshall, pack/unpack und die Bibliotheken BERT, Thrift, Protocol Buffers und Open Sound Control vor. Seine Kernaussage war, dass es hin und wieder aus Geschwindigkeitsgründen notwendig sei, auf binärer Ebene Daten zu versenden. Weiterhin gab er auch zu bedenken, dass es manchmal unumgänglich wäre, Binärdaten direkt als solche weiterzuverarbeiten. Einige der vorgestellten Bibliotheken würden diese Aufgaben simplifizieren.
Jan Wedekind (btw. der einzigste deutsche Teilnehmer den ich getroffen habe), sprach über Bildverarbeitung mit Ruby. Er stellte sein Projekt HornetsEye vor, mit dem es tatsächlich möglich zu sein scheint, Echtzeitbildverarbeitung durchzuführen. Imposant zeigte er dies, in dem er durch Gesten, die eine Kamera aufzeichnete, seine gesamte Präsentation steuerte. Ein Video, welches er im virtuellen Raum bewegte, zeigte weiterhin auf beeindruckende Weise, dass diese Bibliothek auch für die Augmented Reality geeignet ist. Informationsmaterial WAHNSINN!!
Unsere japanischen Freunde hielten vier kurze Präsentationen. SHIDARA Yoji sprach über Encoding Probleme im japanischen Mobilfunknetz und wie er diese mit Rails besiegte. Yuki Sonoda erwähnte, dass Ruby immer noch eine Art Kathedrale sei, da an der Sprache selbst nur sehr wenige Leute mitarbeiten. Sie erwähnte ruby-test.org, bei dem es sich in Zukunft um ein von isitruby19 inspiriertes Projekt handeln wird, welches offiziell unterstützte Bibliotheken vor jedem Release testet. Akira Matsuda stellte die Usergroup Asakusa.rb vor. Bei dieser handelt es sich um eine der produktivsten Benutzergruppen in Japan, ich hatte die Ehre an einem Treffen in Japan teilnehmen zu dürfen. Und die Teilnehmerliste las sich wie das WhoIsWho der Rubyszene. Abschließend sprach KAKUTANI Shintaro über die RubyKaigi 2010, welche in Tsukuba vom 27.08.2010 bis 29.08.2010 statt finden wird. DatumInKalenderEintragen

Der Titel übertreibt nicht! Ron Evans & Damen Evans begannen Ihre Präsentation damit, einen 1m bis 2m langen Zeppelin über die Köpfe der Zuschauer fliegen zu lassen. Jeder Zuschauer der das nicht zu honorieren wusste, wurde gnadenlos von diesem Zeppelin attackiert. Eigentlich hätten sie nach dieser Vorstellung zusammenpacken können. Ich war zumindest bereits schwer beeindruckt. Was sie statt dessen taten, war die Vorstellung einer Ruby DSL um C-Code für das AVR Backend des Adruino Open Source Hardware Projektes zu erstellen. Das Projekt nennt sich flying_robot und wird wohl in Zukunft noch einiges an Staub aufwirbeln.
Michael Dirolf stellte mongoDB vor. Er verglich die Funktionsvielfalt und Skalierbarkeit mit KeyValue Storages, CouchDB und normalen RDBMS und positioniert mongoDB ungefähr in der Mitte. Mit größerer Funktionsvielfalt als CouchDB und besserer Skalierbarkeit als normale RDBMS. Er betonte, dass diese Datenhaltung besonders gut fürs Web geeignet wäre aber im Gegensatz nicht für transaktionelle Dinge oder komplexe Abfragemuster die SQL benötigen taugt. Da mich dieser ganze NoSQL Movement immer noch nicht überzeugt hat, hab ich die Zeit innerhalb dieser Präsentation eher für andere Dinge verwendet.
Tatsuhiro UJIHISA, ein Ruby Contributer den ich noch von der RubyKaigi kannte, zeigte Live wie man am Rubyparser rumpfuschen kann. Dabei gab es einige Probleme, die mich noch mal daran erinnert haben, dass es keine gute Idee ist, Live während einer Präsentation zu programmieren. Es gibt einfach viel zu viel Ablenkung und das Publikum weiß sowieso immer alles besser. Schlußendlich hatten wir jedoch einen modifizierten Parser der folgenden Code ausführen konnte:
{:a :-) :b} |

Smilies for the World! Informationsmaterial
Die Lightning Talks waren überragend. Es ist schwer den Elan dieser Präsentationen rüberzubringen. Schaut euch unbedingt die Videos an, sobald sie verfügbar sind.
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Kommentare
Hi. Thank you for the good blog entry!
For fair; I’m not a Ruby Committer. I’m just a contributor so far :-)
thank you for the hint!
He, thanks ;)