Nachdem die RubyConf 2009 Gestern zu Ende ging, folgte heute am gleichen Ort die erste JRubyConf.
Charles Nutter and Tom Enebo sprachen über den aktuellen Entwicklungsstand von JRuby. Dabei betonten sie, dass das letzte Release 1.4.0 einer der größten Schritte in der bisherigen Geschichte der JRuby Entwicklung war. Es wurde stark an der Kompatibilität und auch an der Performance gearbeitet. Es gibt jedoch immer noch einige größere Probleme, die den meisten JRuby Entwicklern regelmäßig auf die Füße fallen. So stellte sich die Startup Time der JRuby Runtime als Running Gag über die gesamte Konferenz heraus. Aber auch die Unterstützung der Windows Plattform und die Integration weiterer Javafeature ist ein Thema, dem sich die Entwickler in Zukunft widmen werden. Am aller schlimmsten stört im Moment jedoch das Fehlen einiger Bibliotheken, die bisher nur als C Extension verfügbar sind.
Die Zukunft wurde sehr bunt von den Beiden gemalt. So schwärmen sie bereits jetzt von den neuen dynamischen Möglichkeiten in Java 7. Es gibt starke Aktivitäten bei der Verbesserung des Ruby zu Javabytecode Compilers. Die Java Embedded Bibliothek RedBridge zum Einbinden von Ruby Code in Java wurde vorgestellt. Und es gab die Ankündigung des JRuby Buches “Using JRuby – Bringing Ruby to Java”
Nick Sieger sprach über den aktuellen Stand von JRubyOnRails. Er erstellte und deployte ein Rails Projekt und zeigte dabei, dass die Schritte sich unter JRuby kaum von denen unter MRI unterscheiden. Interessant war die Verwendung von Warbler, mit der er eine gesamte Railsapplikation in eine WAR Datei verpacken konnte und dann mit einem Standard Java Applikationsserver ausführen konnte. Die so erstellte WAR Datei war knapp 14MB groß und besaß keine weiteren Abhängigkeiten.
Weiter ging es mit einer Podiumsdiskussion über JRuby in der Wirtschaft. Die Teilnehmer waren Michael Mullany, Joe O’Brien, Justin Gehtland, Chad Wathington und Michael Bryzek. Es ging dabei hauptsächlich um Einsatzbereiche wo JRuby schon heute verwendet wird und wo es noch auf Wiederstand stößt. Die von den Teilnehmern geäußerten Bedenken gegenüber JRuby waren hauptsächlich:
Anthony Eden sprach über die asynchrone Verarbeitung von Daten. Er stellte hierfür seine Projekte jruby-http-reactor und feed-processor vor. Mit diesen Implementierte er ein Programm zur Verarbeitung von Newsfeeds. Die asynchrone Verarbeitung bestand hierbei darin, dass er das Herunterladen der Feeds in einen Prozess packte und das Verarbeiten in einen komplett anderen. Verwendet wurde hierbei die Apache HTTPCore NIO Bibliothek und MongoDB.
John Woodell sprach wie schon auf der RubyConf auch auf dieser über die Google App Engine. Er erstellte mal wieder ein Rails Projekt welches er deployte. langweilig
Ola Bini stellte sein JtestR vor. Mit diesem Projekt kann er Java Code mithilfe von Ruby testen. Weiterhin erwähnte er Cuke4Duke, eine Bibliothek die Cucumber auf der JVM bereitstellt. An dieser Stellte bewahrheitet sich mal wieder meine Theorie, dass Live Coding immer schlecht ist. Ola ist zwar clever genug alle eigenen Fehler schnell genug selbst zu erkennen, jedoch ist sein hektisches Kontextswitching ein wahres Fest für Epileptiker. Also noch ein weiteres mal: BitteKeinLiveCoding
Die Lightning Talks waren mittelmäßig. Hier eine Auflistung der Themen:
Logan Barnett sprach über Monkeybars und zeigte einige damit erstellte GUI Anwendungen die schon etwas größer waren. Monkeybars ist wohl für JRuby das, was HotCocoa für MacRuby ist.
Und zu guter letzt, stellte sich das gesamte JRuby Core Entwicklerteam (Charles Nutter, Tom Enebo, Nick Sieger and Ola Bini) den Fragen des Publikums. Es ging hauptsächlich um die internen Entwicklungsabläufe der Entwickler. Witzig war die Anmerkung, dass JRuby 1.4 javalike eigentlich ab der nächsten Version JRuby 5.0 heißen müsste… LOL