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Coverity: MRI gute Software - statisch betrachtet

von skade am 24.09.2009 (16 Uhr)

Coverity ist ein Hersteller von Tools zur statischen Codeanalyse. In Kooperation mit dem amerikanischen Department of Homeland Security prüft er unter anderem kostenlos die Qualität von Open Source-Software. Sowohl Python, Perl und Ruby liefern sich seit einiger Zeit einen freundschaftlichen Wettstreit darum, ihre Software bei Coverity-Scans bugfrei zu halten.

Die seit 2008 verstärkten Bemühungen um die Qualität des MRI-Teams scheinen sich auszuzahlen, zumindest wenn man den diesjährigen Report liest (Registrierung nötig, Zusammenfassung in der Presseerklärung). Der MRI erhält neben 3 anderen Projekten (Samba, tor und OpenPAM) eine Rung 3-Zertifizierung. Das Rung-System (Rung = Sprosse einer Leiter) ist eine Art Belohnungssystem für Entwickler: wer alle in einer Stufe gefundenen Bugs bereinigt, wird in eine höhere Stufe aufgenommen. In dieser werden andere - angeblich fortgeschrittenere - Tests ausgeführt. 3 ist die aktuell höchste Stufe.

Besonders interessant ist, dass das MRI-Projekt zwar seit 2006 an Coveritys Angebot teilnimmt, bis 2008 aber keinerlei besonderen Bestrebungen gezeigt hat, sich um die gefundenen Probleme aktiv zu kümmern. 2008 wurden die Tests dann als wichtiger Indikator gesehen und gefundene Bugs mit Nachdruck gefixed.

Ein wenig Vorsicht sollte man natürlich walten lassen: Zum einen testet Coverity nur die C-Komponenten. Große Teile der Ruby-Distribution sind in Ruby selbst geschrieben, über die keine Aussage getroffen wird. Da diese Teile jedoch auch in anderen Interpretern zum Einsatz kommen, sind sie auch keine spezielle Eigenschaft des MRI. Auch sind große Teile der Core-Api des MRI in C geschrieben, werden also durchaus erfasst.

Zuletzt ist natürlich zu sagen, dass diese Scans sich nur auf statisch erkennbare Bugs beziehen, meist Fehler in der Speicherverwaltung oder der inkorrekten Verwendung verschiedenster Low-Level-Funktionen. Die nachlässige Quellcodedokumentation und die fehlende Hackers Guide werden leider nicht erfasst.

Trotzdem an dieser Stelle von mir: herzlichen Glückwunsch an das MRI-Team zu ihrem neu gefundenen und konsequent umgesetzten Qualitätswillen.

Nachtrag: Heise berichtet auch


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