MacRuby hat nach dem Release 0.4 einiges über den Haufen geschmissen und baut nun auf der LLVM statt auf YARV auf. Seither gilt: selbst kompilieren ist Pflicht, nervig und vor allem lang (wer mal die LLVM von Hand kompiliert hat, weiss wovon ich spreche).
Seit neustem dürfen Snow Leopard-Besitzer ihren Prozessor wieder schonen, denn Claudio Poli bietet unter http://macruby.icoretech.org/ seit neustem nightly builds mit Installer an.
Wusstet ihr eigentlich, dass Schneeleoparden nicht brüllen, sondern schnurren wie eine Hauskatze? Was man bei einem Zoobesuch nicht so alles lernt!
Aber egal. Snow Leopard ist draussen und stellt natürlich die wichtige Frage: welches Ruby ist eigentlich dabei? Mich freuts ja[1], einige wirds ärgern:
[ skade HIPE-Machine ~ ] ruby --version ruby 1.8.7 (2008-08-11 patchlevel 72) [universal-darwin10.0]
Mit nem Klick gibts auch noch die Liste der vorinstallierten Gems.
[1] Ja, ich bin der Meinung, dass die meisten Vorbehalte gegenüber 1.8.7 unbegründet sind.
Ruby 1.9.2 ist draußen und bringt ausser den in den News angekündigten Änderungen noch eine größere Überraschung mit.
Aufgrund eines potentiellen Sicherheitsproblems ist das Verzeichnis . nicht mehr standardmässig in $LOAD_PATH. Das bedeutet:
[ skade HIPE-Machine ~/Downloads/ruby-1.9.2-preview1 ] ls test.rb
test.rb
[ skade HIPE-Machine ~/Downloads/ruby-1.9.2-preview1 ] ./ruby --version
ruby 1.9.2dev (2009-07-18 trunk 24186) [i386-darwin9.7.0]
[ skade HIPE-Machine ~/Downloads/ruby-1.9.2-preview1 ] ./ruby -e "require 'test'"
-e:1:in `require': no such file to load -- test (LoadError)
from -e:1:in `'
Der Fix dafür ist einfach und in einer single-user-Umgebung unbedenklich: entweder ihr gebt jedem Aufruf von Ruby -I. mit oder ihr setzt RUBYLIB=".".
Wir nutzen schamlos die Zeitverschiebung aus: die 7 Stunden Vorsprung geben einem den Luxus, erst lang zu schlafen und dann über die Ergebnisse des Abends zu schreiben und trotzdem noch den Eindruck zu erwecken, dass man morgens früh aufgestanden ist. Heute: ein paar Bilder vom Preevent der Rubykaigi.
Die Lichtbedingungen waren etwas schlecht, daher gibts nur zwei ordentliche. Erstmal etwas Prominenz: Yugui und Akinori Musha, die Release Maintainer von Ruby 1.9 bzw. 1.8.7+.
Als zweites muss ich dem sehr betrunkenen Japaner gratulieren, der nach einer ewig langen Unterhaltung über meine Kamera diese endlich mal in die Hand nahm und dieses Foto von Leonard Chin und mir schoss:
So eben sind Florian und ich im Hotel in Tokio angekommen (nicht zu verwechseln mit Tokio Hotel!!). 9000km Flug für eine dreitägige Rubykonferenz, welche vom 17.07.2009 bis 19.07.2009 geht. Und anschliessend am 22.07.2009 die längste Sonnenfinsternis in diesem Jahrhundert. Morgen beginnt das ganze erstmal mit der Pre-RubyKaigi Party im Hokkaido.
Jetzt hat mans fast geschafft: MRI 1.9, MRI 1.8 und JRuby sind parallel installiert und haben alle ihre eigene Executable. Alle benutzen verschiedene Gem-Repositories und die Installationen sind schön isoliert. Alles rosa? Fast! Es bleibt da noch das Problem mit ausführbaren gems...
Es ist zwar noch eine ganze Weile bis Weihnachten, aber eins ist sicher: Ruby 1.9.2 kommt. Und mit ihm ein Herzenswunsch Yehuda Katz's, der es wegen später Einreichung nicht mehr in 1.9.1 geschafft hat, aber im trunk vorhanden ist: Proc#parameters. Einen kleinen Spass, den man sich damit leisten kann, findet ihr unter dem Link.
Aus gegebenem Anlass möchte ich mal auf einen kritischen Blick auf eins der Prinzipien werfen, das bei Ruby so gerne zitiert, aber gerne auch missverstanden wird: DRY.

Mit dem gestrigen Tage hat die RailsWayCon 2009 im BCC begonnen. Florian und ich werden versuchen heute und morgen diesen Eintrag mit Leben zu füllen.
Sooo, jetzt ist sie da. Die diesjährige EuRuKo. Diesmal in Barcelona. Da sich Daniel ja (wenn auch nicht ganz absichtlich) woanders vergnügt, gibts Live-Berichte diesmal von mir - wie immer unter dem Link.
Mein doch nicht erster Post auf der Ruby-Mine. Also schmeiss ich mich gleich mal in die Predigerschale und versuche zu erklären, warum (ba|z|zc)sh zu den Kernfertigkeiten jedes Rubyisten gehört...
Nachdem es mein erster Artikel in der Ruby-Mine es immernoch nicht live geschafft hat, überholen mich die Ereignisse. Ich bin war gestern auf der Future of Web Apps Dublin. Da die Talks auch zwei von Rubyisten enthielten, werde ich diese hier kurz zusammenfassen.
Leider gibts wenig erhellendes: Emma Persky erzählte in "The Future is Ruby without Rails" ungemein wenig darüber, wieso Ruby die Zukunft ist, sondern mehr unfundiert davon, dass es Merb und Sinatra gibt. Was die beiden allerdings so toll macht (ausser der Eigenart, dass sie beide ORM-agnostisch sind) kam dabei leider auch nicht rüber. Der Umstand, dass die Präsentation einer modernen Unsitte folgend nur aus Flickr-Bildern ohne Text bestand, war bei diesem Thema auch nicht sonderlich hilfreich. Auch Fragen wie "ich programmiere PHP, gibt es in Ruby auch noch mehr interessantes als Rails, Merb und Sinatra?" konnte sie nur mit "ich glaube schon" beantworten. Wenn das eine Werbeaktion für Ruby sein sollte, ist die gehörig schief gegangen.
David Heinemeier Hansson war mehr in seiner Eigenart als erfolgreicher Webentrepreneur denn als Vater von Rails da und erzählte 40 Minuten lang Variationen von "hör nicht auf die Anderen" und "lass dich nicht von Business einlullen". Allerdings ist er inzwischen ein ziemlich guter Redner, insofern war zumindest der Vortrag ansprechend und lustig. Für Rubyisten ist wahrscheinlich die Aufforderung am interessantesten, dass man sich nicht darum scheren sollte "dass Java einfach die Sprache der Wahl ist".
Ich will nicht motzen: ansonsten war die Konferenz sehr interessant, allerdings werde ich darüber woander schreiben.